Bildverwendung im Internet

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Bildverwendung auf Blogs. Ui, ein sehr pikantes Thema. Besonders, wenn ich mir Modeblogs ansehe, muss ich mir immer fast schon verzweifelnd auf meine Lippe beißen. Hier wird die Straße zum Laufsteg. Was wirklich toll ist – und ich finde es mutig, denn mir wäre nicht wohl dabei, dass mir alle dabei zusehen, wie ich unzählige Male fotografiert werde. Nein, das Problem liegt eigentlich wo anders: Es sind die Leute, die sonst noch auf den Fotos zu sehen sind.

Nebenher ist jedes Bild grundsätzlich einmal urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet für dich: Machst du hübsche Fotos und stellst diese auf deinen Blog, darf die nicht einfach jeder ohne Zustimmung von dir klauen und weiterverwenden.

Der Mensch verfügt über ein sogenanntes Recht am eigenen Bild. Was bedeutet, dass du die Gesichter von fremden Leuten unkenntlich machen musst, ehe du sie ins Internet stellst. Auch ist es nicht einfach so ohne Weiteres, wenn du Gebäude ablichtest, die vielleicht unter einem gewissen Rechtsschutz stehen und nicht einfach so auf Bildern im Internet (oder auch Büchern) auftauchen dürfen. Ebenso gilt ein gewisses Hausrecht, was bedeutet, dass du nicht einfach Bilder aus den Wohnungen von Freunden, Bekannten & Co. ohne deren Zustimmung veröffentlichen darfst. Auch kann dich das im schlimmsten Fall deinen Job kosten, wenn du ohne nachzudenken überall Selfies machst und sie ins Internet stellst. Denn in nahezu jedem Arbeitsvertrag steht zum Beispiel geschrieben, dass du keine Informationen aus der Arbeit nach außen dringen lässt. Bist du dem Chef ein Dorn im Auge, kann die Veröffentlichung von Diensträumen zur fristlosen Kündigung führen.

Fotografierst du in Parks, auf öffentlich zugänglichen Plätzen und einrichtungen, die dir das nicht verbieten, dann brauchst du keine Bedenken zu haben. Doch gib in Museen & Co Acht – das Fotografieren kann auch nur für den privaten Gebrauch gestattet sein!

Oftmals wird stark unterschätzt, was für rechtliche Konsequenzen damit verbunden sein können, wenn fremde Bildmaterialien verwendet werden:

  • Gerichtliche Abmahnung
  • Schadensersatzforderung
  • Erstattung der Anwaltskosten kann gerichtlich verlangt werden

So etwas kann unheimlich teuer werden, das muss ich wohl nicht erst erklären. Es ist daher keinesfalls ratsam, Bilder von Pinterest, Facebook, Instagram, Google & Co einfach zu speichern und auf den Blog zu spielen. Wobei das Speichern selbst noch nicht strafrechtlich negativ aufscheint. Das darf jeder tun, wie er möchte. Bei Stars und anderen berühmten Persönlichkeiten, wie zum Beispiel YouTubern verhält es sich übrigens anders. Hier handelt es sich nämlich um in der Öffentlichkeit stehende Personen. Da ist das Recht am eigenen Bild ein wenig anders gelagert.

Verwendungsrecht ist nicht gleich Bearbeitungsrecht!

Jemand erteilt dir die Erlaubnis, seine Bilder zu verwenden? Klasse! Aber Vorsicht. Du darfst sie daher nicht automatisch abändern. Jede Veränderung von Helligkeit, Farben und dergleichen wäre aber ein solches. Kläre daher ausdrücklich im Vorhinein ab, was genehmigt wird und was nicht.

Auch darfst du nicht einfach fremde Bilder verwenden, die du als gut gemeinte Gegenleistung mit Angabe zur Quelle verlinkst. Wenn der Urheber das bemerkt, hat er zwar die Möglichkeit, Milde walten zu lassen und dich bloß aufzufordern, es runterzunehmen. Aber er muss das nicht tun und kann, wie schon erklärt, direkt den harten Weg über Anwalt, Abmahnung & Co. gehen.

Mittlerweile kommt aber immer mehr Rettung auf uns alle zu. Viele kostenfreie Bilddatenbanken und auch begnadete Fotografen bieten ihre Fotos ganz öffentlich an. Du kannst sie oft über eine Spende via PayPal oder dergleichen unterstützen, aber es besteht keine Verpflichtung. Hier sind ein paar solcher Datenbanken, die ich selbst auch immer wieder gerne nutze:

Was gilt es für dich zu überprüfen, bevor du ein fremdes Bild verwenden darfst?

  • Betreibst du deinen Blog kommerziell, dann: Ist das Bild auch für kommerzielle Nutzung freigegeben?
  • Ist vielleicht die Nutzung in sozialen Netzwerken verboten?
  • Will der Urheber gekennzeichnet werden? (Nicht jedes Creative Common ist gleich CC0!)
  • Darfst du das Foto bearbeiten oder nur verwenden?
  • Liegt eine Verwendungsbeschränkung vor? Wenn ja, für welche Branchen? Fällt dein Blog hierunter?

Bedenke hier allerdings unbedingt, dass dir keine Garantie vorliegt, ob wirklich sämtliche Nutzungsrechte der Bilder an die Datenbanken abgetreten worden sind. Eine Verwendung von den wirklich großen Seiten, wie Pixabay oder Stockfiles eine ist, also auf eigene Gefahr.

Auch kann es dir jederzeit – selbst bei eigenen Fotos – passieren, dass du sonstige Markenrechte verletzt. Vielleicht möchte die Marke Stabilo nicht auf deinem Blog auftauchen.

Was kannst du tun, damit dir keine Abmahnung passiert?

Zunächst natürlich: Selbst Bilder machen. Denn nicht einmal auf kostenpflichtigen Fotoplattformen ist man vollkommen davor geschützt. Möchtest du dennoch fremde Bilder nutzen, klick dich einmal durch die obige Linkliste durch. Hier sind einige Blogs dabei, die von den Websitebetreibern selbst erstellt worden sind. Diese geben hier direkt an, dass die Bilder verwendet werden dürfen.

Du minimierst das Abmahnrisiko ganz stark, wenn du:

  • Die HTML Seite, auf der das Bild, der Autor und die Lizenzinfo angegeben ist, mit Datum bei dir ablegst.
  • Du den Urheber kontaktierst, ihn um freie Nutzung fragst und diese Mail bei dir ablegst.

Sei dir aber im Klaren darüber, dass eine Abmahnung nie gänzlich ausgeschlossen werden kann. Auch bei eigenen Bildern beachte folgendes, um das Risiko so gering wie möglich zu halten: Keine Personen ohne ihre Zustimmung abbilden bzw. diese Bilder veröffentlichen. Achte auf die Rechte Dritter und von Gebäuden und dass keine Markenrechte verletzt werden.

Eine stichprobenartige Überprüfung, ob jemand unerlaubt deine Bilder verwendet oder ob dir dein Kooperationspartner tatsächlich lizenzfreie Bilder zukommen lässt, kannst du jederzeit mit der umgekehrten Bildersuche von Google durchführen.

 

“Ich kenne übrigens jemanden, der jemanden kennt…

…und der wurde wegen der Verwendung von einem Bild von Pixabay abgemahnt!” Liest man immer öfter, aber im Prinzip wird alles tatsächlich sehr hochgeschaukelt. Simon Steinberger, Mitbegründer von Pixabay weiß darüber nämlich zu berichten, dass keine solchen Fälle bekannt seien. (Gefunden in den Kommentaren dieses Webworker Beitrags) Auch in den Terms von Pixabay wird zum Beispiel klar festgehalten:

Sie sind für Ihre hochgeladenen Inhalte verantwortlich und garantieren, dass Sie alle Rechte am Bild, die für eine weltweite, kostenlose, unwiderrufliche und zeitlich unbegrenzte Nutzung erforderlich sind, besitzen und diese – sofern gesetzlich möglich – abtreten und/oder weitergeben. Hierzu gehören insbesondere gültige Modelverträge, Fotografiererlaubnis, sowie weitere Lizenzen und Rechte Dritter.
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2 Comments

  1. Servus Babsi!

    Ja, man kann nicht oft genug darauf hinweisen, was es mit Bildrechten so auf sich hat! Leider ist hier das Gefühl für Recht und Unrecht bei vielen nicht vorhanden. Insbesondere das Persönlichkeitsrecht wird gerne mit den Füßen getreten. Und in Bezug auf Panoramafreiheit wissen überhaupt die wenigsten bescheid. Das Atomium in Brüssel sollte man z.B. besser nicht ins Web stellen …

    Auf meiner Seite habe ich deshalb auch 3 Artikel zu diesem Thema veröffentlicht (“Das Recht am eigenen Bild – Persönlichkeitsrecht”, “Was ist Panoramafreiheit?” und “Fotografieren mit Drohnen”. (Siehe Link im Kommentar).

    Have fun
    Horst

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